Dankbarkeit – 21.06.2017

Was ist Dankbarkeit eigentlich? Können wir heutzutage noch dankbar sein, oder haben wir es verlernt?
Wir leben in einer hochtechnologisierten Gesellschaft, in der wir alles in kürzester Zeit nach Wunsch bekommen können. Wenn unser Amazonpaket am nächsten Tag widererwartend doch nicht kommt, befinden wir uns im Notstand. Wenn im Einkaufsladen unser Lieblingskäse gerade ausverkauft ist und wir nur noch 27 Alternativsorten zur Wahl haben, sind wir sogar enttäuscht oder ratlos. Kommt unter der Dusche das Wasser nach 15 Sekunden noch nicht mit Wunschtemperatur, so fangen wir an innerlich zu kochen.
Situationen, die jeder schon mehr oder auch weniger stark ausgeprägt erlebt hat. So würde sich eine lange Liste schreiben lassen mit all unseren westlichen Problemen und „Nöten“ des Alltags.
Aber haben wir nicht viel mehr Grund dankbar zu sein?
Wie viele Menschen müssen Woche auf Pakete warten, haben im Laden nur alle paar Tage eine Sorte Käse und haben nicht mal fließendes Wasser. Ich vergesse viel zu oft, wie privilegiert ich sein darf und wie gut es mir doch geht. Aber das ist nur die Spitze des Eisbergs, die Dankbarkeit ins uns hervorrufen darf.
Gerade sitze ich im Nachtdienst und habe ein paar Minuten Pause und versuche die Gedanken zu Papier zu bringen. Jetzt habe ich die Wahl zwischen unzufrieden zu sein, weil heute im Dienst alles drunter und drüber geht, oder dankbar dafür zu sein, überhaupt arbeiten zu dürfen, gesund zu sein, Geld verdienen zu können, mit Menschen zu arbeiten. Oder morgens wenn wir müde und verschlafen um 06:00 Uhr den Wecker anstarren und verdutzt denken „es ist gefühlt noch mitten in der Nacht“.
Haben wir auch dann Gründe um dankbar zu sein? Auf jeden Fall! Überhaupt wieder wach werden zu dürfen, den Sonnenaufgang zu erleben, die Vorfreude auf den Kaffee und das Frühstück und die Möglichkeit in einen neuen Tag zu starten, der so voller Möglichkeiten steckt.
Wer übrigens morgens sein Frühstück aus Zeitgründen überspringt, dem kann ich nur empfehlen den Wecker 20Minuten früher zu stellen, sich die Zeit zu nehmen um entschleunigt in den Tag zu starten. Natürlich gibt es Frühstückliebhaber und die Menschen, welche mit einem Frühstück nichts anfangen können. Aber aus Erfahrung kann jeder es lernen ein gutes Frühstück zu genießen Und wenn es einfach ein Glas Frühstückssaft ist, das offline geschaltete Handy im Nachbarzimmer und ein paar Seiten in einem guten Buch sind. Dann sieht der Tag schon ganz anders aus, weil du dann statt Alltagsstress die Dinge vor Auge hast, für die du dankbar sein kannst.
Und egal wie schlecht unser Tag auch verlaufen wird, welchen Hürden wir auch gegenüberstehen mögen, so werden wir dennoch immer Gründe finden, um dankbar zu sein (sofern wir das überhaupt wollen). Nur leider wollen wir oft gar nicht dankbar sein, sondern uns viel lieber auf das Herummäkeln und Nölen einlassen.
Auch in unserem Projekt mussten wir wieder lernen, unabhängig von Umständen, mit Dankbarkeit weiter auf das Ziel zuzugehen. Gerade jetzt wo die Krücken wieder aus der Kammer geholt werden mussten, mit dick angeschwollenen Knie durch die Gegend gehumpelt wird und der Ironman möglicherweise gefährdet sein mag. Genau das sind die Momente, wo es scheinbar so schwer ist dankbar zu sein.
Wofür soll ich jetzt danken? Für ein dickes Knie? Für die Schmerzen? Auch wenn es unmöglich scheint, so fallen einem in Momenten der Ruhe dennoch genug Dinge ein, die für tiefe Dankbarkeit sorgen dürfen.
Ich will damit nicht sagen, dass wir keine Probleme oder kein Recht auf Momente der Unzufriedenheit haben. Diese Gedanken sollen uns nur eine Erinnerung sein, häufiger dankbar zu sein für das, was wir haben, anstatt nach mehr, nach anderen, besseren oder teureren Dingen und Situationen zu streben, die uns letztendlich auch nicht glücklicher machen werden.
Falls du möchtest, kannst du gerne dieses kleine Experiment ausprobieren. Das nächste mal wenn du aufwachst, beginne doch deinen Tag damit fünf Dinge aufzuzählen, für die du dankbar bist. Sei es die aktuell noch warme Bettdecke, der Kaffee der auf dich wartet, oder was auch immer dir durch den Kopf kommt. Du wirst schnell merken, wer dankbar ist, ist auch glücklicher, weil er auf das fokussiert ist, was ihn glücklich macht. Wir sehen immer das, worauf unser Blick, ja worauf unsere Gedanken ausgerichtet sind. Genauso ist es auch mit einem Dankgebet vor dem Essen. Ein Bewusstmachen, dessen wie gut es uns geht und wem wir es verdanken, macht uns glücklicher. Zum Schluss noch eine kleine Weisheit für den Tag: „Es sind die dankbaren Menschen die glücklich sind, nicht die glücklichen Menschen, die dankbar sind.“

Trainingscamp: Neun wertvolle Tage – 04.05.2017

Wir befinden uns gerade auf dem Rückweg nach Deutschland und ich liege halb ausgestreckt in einer Dreier-Sitzreihe unseres Flugzeugs. Es ist 23 Uhr, eine gute Zeit um ein paar Worte zu den letzten Tagen zu Papier zu bringen.
Wir können auf eine prägende, harte, aber auch erholsame Zeit zurückblicken. Eine Zeit, die einerseits wie im Flug verging, andererseits aber so gefüllt war, dass sie sich wie mehrere Wochen anfühlte. Ein gutes Zeichen, nehme ich an, vor allem wenn man wirklich traurig ist, dass es nun wieder Richtung Heimat geht.
Die neun Tage waren sowohl aufbauend, als auch teilweise ernüchternd. Insgesamt gucken wir auf 10,5 Stunden Schwimmeinheiten, ca. 350 km auf dem Ergometer und 60 Laufkilometer zurück. Gerade die ersten Trainingstage liefen super, obgleich sie extrem hart waren und wir abends nur noch fertig waren. Selbst für entspanntes „Chillen“ in der Lobby war keine Kraft mehr vorhanden.
Am Samstag letzter Woche kam dann ein herber Rückschlag für Daniel: Das Knie meldete sich nach dem Radtraining wieder mit starken Schmerzen. Was nun?
Die vier Stunden Ergotraining von Sonntag wurden nun nach Rücksprache mit unserem Trainer zu einem Ruhetag umgewandelt, was uns beiden gut tat. Aber auch am Montag war das Knie noch nicht wieder ganz in Ordnung. Was nun?
„Training ausfallen lassen!“ ist die erste Idee, die einem kommen mag, aber ist es immer die richtige? Ich denke, an dieser Stelle scheiden sich ein wenig die Geister. Intelligentes Training beinhaltet meiner Meinung nach definitiv gut geplante Ruhepausen, aber was macht man bei Verletzungen an Trainingstagen? Pause machen, oder um die Baustelle herum trainieren? Wir entschieden uns für Letzteres, sodass Daniel sein Training komplett im Wasser verbrachte, was letztendlich sogar zu einer Besserung der Symptomatik führte. Aber nicht nur das: Der gesamte Tag wurde so viel besser als erwartet. Klar fällt es einem schwer, gut gelaunt und positiv gestimmt in den Tag zu starten, wenn man kaum einen Schritt gehen kann. Dennoch schaffte es Daniel durch seine positive Einstellung und die Bereitschaft dennoch alles zu geben, aus diesem Tag ein Meisterwerk zu machen.
Zur Stärkung durften wir 3x täglich kräftig beim Buffet zuschlagen, hauptsächlich Rohkost. Hört sich vielleicht für einen Hotelurlaub erst mal nicht so prickelnd an, aber durch die riesige Auswahl an verschiedensten Salaten und Gemüsesorten, Fisch und magerem Fleisch wurde es nie langweilig. Die meisten kommen aus einem 9 tägigen Urlaub in einem All-inclusive-Hotel mit 4-5 kg mehr nach Hause. Wie man mit 6 kg weniger wieder die Rückreise antritt, bleibt wohl Daniels Geheimnis
Rückblickend war die Zeit aber nicht nur sportlich gut, sondern zeigte jedem von uns unterschiedliche Bereiche auf, in denen wir noch viel Potenzial zum Wachsen haben. Sei es den Medienkonsum zu minimieren, an der Einstellung zu arbeiten, auf seine Instinkte zu hören, oder das Heute zu leben. In den nächsten Wochen werdet ihr hier bestimmt ab und zu über das eine oder andere davon zu lesen bekommen.
Zusammengefasst eine geniale Zeit, neun Tage lang das Heute gelebt. Ja, wirklich eine Zeit, die wir nicht missen möchten.

Über das Heute – 20.04.2017

Ich will heute mit euch ein paar Gedanken zum Heute teilen. Wir leben in einer extrem schnelllebigen Gesellschaft, in der wir oft vergessen zu leben und so manches mal sogar gelebt werden. Wir leben für das Morgen und vergessen dabei das Heute, das doch eigentlich so viel mehr wert ist.
Wie oft hast du einen großartigen Tag? Wie oft gehst du abends ins Bett und stellst fest, dass der Tag, der hinter dir liegt einfach gut war? War der heutige Tag ein großartiger Tag? Oder war er eher mittelmäßig?
Vielleicht hast du aber noch gar nicht darüber nachgedacht, wie dieser Tag für dich war. Oftmals wissen wir schon gar nicht mehr, wie wir einen Tag genießen, wie wir zur Ruhe kommen, oder in dem Stress, der uns umgibt ein paar Minuten Ruhe finden können. Jetzt in den Tagen hier in unserem Trainingscamp haben wir viel darüber nachgedacht, was einen guten Tag ausmacht. Ist es das erfolgreich abgearbeitete Training oder das Entspannen danach am Pool, der gute Salat? Ist es Zuhause das Erfolgreich-Sein, To-Do-Listen-Abarbeiten, eine gute Zeit mit Freunden und Familie haben, das Hinarbeiten auf ein entspannteres Morgen?
Viel zu oft warten wir auf das Morgen, einen besseren Tag und verpassen dabei die schönen Seiten des Heute. Wenn ich erst mal mit dem Studium oder der Ausbildung fertig bin, wenn ich meine nächste Gehaltserhöhung bekomme, wenn der Stress auf der Arbeit etwas geringer wäre, wenn ich meine Traumfigur erreicht habe, wenn mein/e Partner/in mehr auf mich achten würde, wenn ich endlich mein neues Auto bekomme, dann bin ich dem Glück ein Stück näher.
Leben wir nicht oft so in die Zukunft hinein, mit der vagen Hoffnung, dass dann alles besser wird? Aber wir wissen zur gleichen Zeit schon, dass dem nicht so ist, nur dass wir wahrscheinlich etwas älter sein werden.
Unzählige Menschen verbringen ihr Leben damit, von der Zukunft fasziniert zu sein (was nicht generell verkehrt ist) und verpassen dabei das Potential, was in ihren Händen, im Heute liegt. Dazu ein kurzes Zitat von John C. Maxwell was mir im Kopf geblieben ist: „Es klingt vielleicht abgedroschen, aber das Heute ist die einzige Zeit, die wir haben. Für das Gestern ist es bereits zu spät und auf das Morgen kann man sich nicht verlassen. Genau deshalb zählt das Heute! Und Gestern ist seit letzter Nacht vorbei“
Ich glaube, genau da liegt der Casus knacksus. Den jetzigen Moment genießen und dankbar dafür zu sein. Dankbar zu sein für das, was man im jetzigen Augenblick hat und nicht auf das zu schauen, was man haben könnte. Schau dich um: Dein Heute ist voll mit guten Augenblicken, gefüllt mit Möglichkeiten, Gründen, die dich zum Lächeln bringen sollten. Ein Wenn-dann-Denken führt nur zu stetiger Unzufriedenheit.
Gerade heute redeten wir am Pool bei einem Käffchen darüber, als Daniel meinte, er würde sofort 36 Stunden Fahrrad fahren, wenn er dann 100 Kilo weniger wiegen würde. Würde das Daniel glücklicher machen? Wahrscheinlich für kurze Zeit, aber nicht auf lange Sicht. Das tägliche Heute leben, das tägliche auf das Ziel zugehen, die Mühe, der Schweiß und die harte Arbeit wird so viel mehr verdiente Zufriedenheit bei Daniel verursachen.
Aber nicht nur Daniel kann sein Ziel erreichen, auch Du hast heute die Chance einen Schritt näher auf dein Ziel zuzugehen.
Also lasst uns nicht auf Morgen warten, lasst uns heute auf unsere Ziele zugehen, Ziele stecken, Ziele erreichen und jeden Moment, der uns geschenkt wird genießen.
„Das Heute ist die einzige Zeit, die wir haben.“

Über den Blog – 11.04.2017

Hier ein paar Worte darüber was dich hier erwartet und wie es demnächst weitergehen wird. Wir werden versuchen ca. 1x pro Woche ein Video hochzuladen. Natürlich selfmade-Qualität, GoPro, Handy, Spiegelreflex-Style. Dieses wird entweder einen Einblick in unseren Alltag geben, oder eine kleine Session über ein Thema aus dem Bereich Ernährung, Triathlon, Lifestyle oder was uns gerade beschäftigt sein. Meistens werdet ihr jedoch Schweiß und Schmerz zu Gesicht bekommen, oder einen Einblick in unseren verrückten Alltag. Die Videos werden dann immer bei Youtube erscheinen, aber auch hier auf dem Blog verlinkt sein. In dem gleichen Rhythmus werden wir dann hier immer wieder Blogeinträge zu den verschiedensten Themen posten. Wir sind auch immer offen für Fragen und Ideen. Wir sollen von einer Brücke springen? Im nächsten Video über etwas Anderes berichten? Oder unseren Ernährungsplan mit euch teilen? Euer Wunsch sei uns Befehl! Schreibt uns einfach auf Facebook, Instagram, oder per mail.